Kostenlos prüfen →
Bewertungen

Fake-Bewertungen bei Google erkennen und melden

Eine gefälschte Bewertung kann ein 1-Stern-Angriff sein oder ein 5-Sterne-Gefallen, und beides verstößt gegen die Regeln von Google. Hier lesen Sie, wie Google Fake-Bewertungen definiert, woran Sie sie erkennen, wie Sie sie Schritt für Schritt melden und was das deutsche Wettbewerbsrecht seit 2022 dazu sagt.

Gestapelte Bewertungskarten mit Sternen, zwei davon identisch, eine mit roter Flagge
Auf dieser Seite
  1. Was Google als gefälschte Bewertung wertet
  2. Woran Sie eine Fake-Bewertung erkennen
  3. So melden Sie eine Fake-Bewertung bei Google
  4. Wie viel Google selbst erkennt
  5. Was das Gesetz in Deutschland sagt
  6. Was Sie nicht tun sollten
  7. Nach der Meldung weiter beobachten

Die meisten Inhaber bemerken eine gefälschte Bewertung auf dieselbe Weise: Sie beschreibt einen Besuch, den es nie gab, von einem Namen, an den sich im Team niemand erinnert, und sie zieht den Schnitt nach unten. Fake-Bewertungen gibt es aber auch in die andere Richtung. Die 5-Sterne-Bewertung eines Freundes, ein Rabatt gegen eine gute Note, Mitarbeitende eines Wettbewerbers, die den eigenen Laden loben: Nach den Regeln von Google ist all das ebenfalls gefälscht.

Dieser Artikel behandelt beide Seiten: wie Google eine gefälschte Bewertung definiert, woran Sie sie erkennen, wie Sie sie Schritt für Schritt melden und was das deutsche Wettbewerbsrecht dazu sagt.

Was Google als gefälschte Bewertung wertet

Die Richtlinien für Maps-Inhalte führen das unter „Gefälschte Interaktionen“. Der Grundsatz lautet: „Alle Beiträge bei Google Maps müssen auf Erfahrungen beruhen, die tatsächlich an einem Ort oder mit einem Unternehmen gemacht wurden.“ Nicht zulässig sind unter anderem:

  • „Rezensionen oder Bewertungen, für die direkt oder in Form von Sachleistungen bezahlt wurde“;
  • „Inhalte, die über mehrere Konten von oder auf Anfrage einer Person veröffentlicht wurden“;
  • Anreize, „etwa Zahlungen, Rabatte, kostenlose Produkte und/oder Dienstleistungen“, für eine Rezension oder für das Ändern oder Entfernen einer negativen Rezension;
  • Inhalte über das Unternehmen eines Mitbewerbers, „um dem Ruf seines Unternehmens oder Produkts zu schaden“.

Die Regel zu Anreizen überrascht viele. Ein Rabatt für eine Bewertung verstößt gegen die Richtlinie, auch wenn der Kunde echt ist und ehrlich schreibt. Es geht um den Anreiz, nicht nur um die Wahrheit des Textes. Für den Text selbst gilt ein kurzer Maßstab:

„Inhalte, die nicht auf realen Erfahrungen beruhen oder den betreffenden Ort bzw. das entsprechende Produkt nicht wahrheitsgemäß darstellen“

Google, Richtlinien für Maps-Inhalte, „Gefälschte Interaktionen“

Woran Sie eine Fake-Bewertung erkennen

Keines dieser Anzeichen beweist allein etwas. Zwei oder drei zusammen sind einen genaueren Blick wert.

AnzeichenWas Sie prüfen
Keine echten DetailsDie Bewertung passt auf jedes Unternehmen Ihrer Branche: kein Produkt, kein Mitarbeiter, kein Datum, nichts, was Sie einer Bestellung oder Buchung zuordnen können.
Details, die nicht stimmen könnenEine Leistung, die Sie nicht anbieten, eine Filiale, die Sie nicht haben, Öffnungszeiten, die es nie gab, Namen, die im Team niemand trägt.
Wiederholte FormulierungenMehrere Bewertungen teilen dieselben Sätze, dieselben Rechtschreibfehler oder denselben ungewöhnlichen Satzbau.
ZeitpunktViele Bewertungen innerhalb von Stunden oder zwei Tagen nach Monaten der Ruhe. Ein Schub von 1-Stern-Bewertungen ist auch der klassische Beginn einer Erpressung.
Das Profil des VerfassersEin neues Konto ohne Foto, nur eine einzige Bewertung, oder Dutzende Bewertungen von Unternehmen in verschiedenen Städten am selben Tag.
Eine Spur zum WettbewerbDie Bewertung empfiehlt einen bestimmten Mitbewerber, oder der Verfasser hat diesen gelobt und andere in der Nähe schlecht bewertet.
Eine Lupe über einer Profilkarte mit einer Sternreihe und einem kleinen Kalender
Das Profil des Verfassers verrät oft mehr als die Bewertung.

Prüfen Sie vor der Meldung Ihre eigenen Unterlagen. Eine kurze, verärgerte Bewertung eines echten Kunden, den Sie vergessen haben, ist nicht gefälscht. Google sagt es auf der Hilfeseite deutlich: „Melden Sie keine Rezensionen, die Ihnen nicht gefallen, aber sachlich korrekt sind.“

So melden Sie eine Fake-Bewertung bei Google

Google bietet zwei Wege. Beide stehen auf der Hilfeseite „Unangemessene Rezensionen in Ihrem Unternehmensprofil melden“.

Im Unternehmensprofil

  1. Unternehmensprofil aufrufen, in der Google Suche oder in Maps, angemeldet als Inhaber oder Verwalter.
  2. „Rezensionen lesen“ auswählen.
  3. Neben der Rezension „Melden“ auswählen.
  4. Den passenden Grund wählen, etwa „Spam“ oder „Vulgäre Sprache“.
  5. „Bericht senden“ auswählen.

Im Tool zum Verwalten von Bewertungen

Das Tool zum Verwalten von Bewertungen leistet dasselbe und zeigt zusätzlich den Stand jeder Meldung. Wählen Sie Ihr Unternehmen, dann „Neue Rezension zum Entfernen melden“, die Rezension und den Grund. Wird eine Meldung abgelehnt, können Sie im selben Tool über „Status einer zuvor gemeldeten Rezension prüfen“ einmalig Einspruch einlegen, für bis zu zehn Rezensionen. Über das Ergebnis informiert Google per E-Mail. Laut Google dauert die Überprüfung „in der Regel mehrere Tage“.

Ein Hinweis für Unternehmen in der EU: Google schreibt auf derselben Seite, dass Händler im EWR auch Rezensionen von Drittanbietern, die in ihrem Profil angezeigt werden, direkt bei Google melden können.

Dokumentieren Sie alles

Machen Sie vor der Meldung von jeder Bewertung einen Screenshot mit Datum und Namen des Verfassers und notieren Sie, warum Sie einen Verstoß vermuten. Verschwinden die Bewertungen und tauchen wieder auf, oder verlangt später jemand Geld, brauchen Sie diese Belege.

Wie viel Google selbst erkennt

Google veröffentlicht Zusammenfassungen seiner Arbeit an Maps-Inhalten. Im April 2026 schrieb das Unternehmen, es habe 2025 über 292 Millionen Bewertungen blockiert oder entfernt, die gegen die Richtlinien verstießen. Es beschrieb auch, was bei einem plötzlichen Anstieg von Spam-Bewertungen in einem Profil passiert: Die gefälschten Inhalte werden entfernt, neue Bewertungen pausiert, der Inhaber benachrichtigt, und Besucher sehen einen Hinweis, warum Beiträge vorübergehend pausiert sind.

Die Meldung ist also nicht der einzige Schutz, aber der, den Sie selbst in der Hand haben. Automatische Systeme übersehen Bewertungen, die gewöhnlich aussehen, und sie können nicht wissen, dass es „Michael aus der Dienstagsschicht“ gar nicht gibt.

Was das Gesetz in Deutschland sagt

Seit 2022 enthält der Anhang zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die Liste der stets unzulässigen geschäftlichen Handlungen, zwei Nummern zu Bewertungen. Nummer 23c verbietet „die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen oder Empfehlungen von Verbrauchern“ zur Verkaufsförderung. Nummer 23b verbietet die Behauptung, Bewertungen stammten von echten Käufern, ohne dass „angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen zur Überprüfung ergriffen wurden“.

Dazu kommt § 5b Absatz 3 UWG: Wer Verbraucherbewertungen zugänglich macht, etwa auf der eigenen Website, muss darüber informieren, ob und wie er sicherstellt, dass die Bewertungen von echten Kunden stammen. Die Regeln gehen auf die EU-Richtlinie 2019/2161 zurück und gelten in ähnlicher Form in der ganzen EU.

Zwei praktische Folgen. Erstens: Bewertungen zu kaufen oder zu tauschen ist nicht nur ein Risiko für Ihr Google-Profil, sondern ein Wettbewerbsverstoß, gegen den Mitbewerber und Verbände vorgehen können. Zweitens: Ob eine konkrete Bewertung rechtswidrig ist, etwa wegen einer unwahren Tatsachenbehauptung, ist eine Rechtsfrage. Dafür gibt es bei Google das Formular „Inhalte aus rechtlichen Gründen melden“, und dafür ist eine Anwältin oder ein Anwalt zuständig, nicht ein Monitoring-Werkzeug. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung.

Was Sie nicht tun sollten

  • Nicht mit Fälschungen antworten. Freunde um 5-Sterne-Bewertungen zum Ausgleich zu bitten, verstößt gegen dieselbe Richtlinie und gegen dasselbe Gesetz.
  • Den Verfasser nicht öffentlich beschuldigen. Liegen Sie falsch, haben Sie einen Kunden vor allen künftigen Kunden beleidigt.
  • Niemanden bezahlen, der eine Löschung anbietet. Über die Entfernung entscheidet Google. Manche dieser Angebote kommen von denselben Leuten, die die Bewertungen geschrieben haben, siehe Erpressung mit Google-Bewertungen.
  • Die Bewertung auch nicht ignorieren. Bleibt sie stehen, sagt eine kurze, sachliche Antwort den Lesern, was sie wissen müssen, etwa: „Wir finden keinen Besuch zu diesem Namen. Bitte melden Sie sich bei uns unter ...“

Nach der Meldung weiter beobachten

Fake-Bewertungen kommen selten allein. Auf eine Welle folgt oft eine zweite, und sie kann bei Trustpilot, ProvenExpert oder kununu genauso auftauchen wie bei Google. Es hilft, die Noten auf allen Portalen zu beobachten, nicht nur das eigene Profil. WhatsMyRep prüft jeden Tag die Noten und Bewertungszahlen, die Google zu Ihrem Namen zeigt, warnt Sie, wenn deutlich mehr Bewertungen als üblich eintreffen und die Note fällt, und markiert einen Rückgang um 0,2 oder mehr von einem Tag auf den nächsten. Was das Monitoring sieht und was nicht, steht auf der Seite Bewertungen überwachen.

Quellen

  1. Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte (Gefälschte Interaktionen)support.google.comGeprüft am 7. Oktober 2026
  2. Unangemessene Rezensionen in Ihrem Unternehmensprofil meldensupport.google.comGeprüft am 7. Oktober 2026
  3. New ways we're protecting businesses on Maps (Google, 16. April 2026, Englisch)blog.googleGeprüft am 7. Oktober 2026
  4. Anhang zu § 3 Absatz 3 UWG, Nr. 23b und 23cgesetze-im-internet.deGeprüft am 7. Oktober 2026
  5. § 5b UWG: wesentliche Informationen, Absatz 3 zu Bewertungengesetze-im-internet.deGeprüft am 7. Oktober 2026

Fragen und Antworten

Erkennt Google alle Fake-Bewertungen selbst?

Nein. Google schreibt, dass es 2025 über 292 Millionen Bewertungen blockiert oder entfernt hat, die gegen die Richtlinien verstießen. Einige kommen trotzdem durch. Deshalb gibt es die Meldefunktion und das Tool zum Verwalten von Bewertungen.

Wie lange braucht Google für eine Entscheidung?

Laut Hilfeseite dauert die Überprüfung von Rezensionen „in der Regel mehrere Tage“. Den Stand sehen Sie im Tool zum Verwalten von Bewertungen.

Was, wenn Google keinen Verstoß sieht?

Sie können einmalig Einspruch einlegen, im selben Tool und für bis zu zehn Rezensionen auf einmal. Scheitert auch der Einspruch, antworten Sie ruhig und sachlich auf die Bewertung, damit andere Leser Ihre Sicht kennen. Halten Sie die Bewertung für rechtswidrig, sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt.

Sind Fake-Bewertungen in Deutschland verboten?

Ja. Seit 2022 nennt der Anhang zum UWG ausdrücklich „gefälschte Verbraucherbewertungen“: die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen ist danach stets unzulässig. Die Regel geht auf die EU-Richtlinie 2019/2161 zurück und gilt so oder ähnlich in der ganzen EU. Das ist keine Rechtsberatung.

Darf ich selbst positive Bewertungen schreiben lassen, um Fake-Bewertungen auszugleichen?

Nein. Die Richtlinien von Google verbieten Inhalte ohne echte Erfahrung und Bewertungen, die eine Person über mehrere Konten veröffentlicht, und das UWG verbietet gekaufte Bewertungen. Bitten Sie lieber echte Kunden um eine Bewertung, ohne Gegenleistung.

Sehen Sie, was Ihr nächster Kunde sieht.

Kostenlos. Ohne Konto. Bericht in etwa 2-3 Minuten.